Bei RCC betrachten wir Container nicht nur als logistische Lösungen für Lagerung oder Transport, sondern auch als flexible und multifunktionale Lösungen. Dieses Projekt veranschaulicht dies perfekt: Gemeinsam mit unserem Kunden Jorn van Rij bauten wir einen Fluchtcontainer, der auf Menschenhandel aufmerksam machen soll. Das Ergebnis ist ein beeindruckendes, mobiles Erlebnis, das bereits Tausende von Menschen im In- und Ausland für dieses Problem sensibilisiert hat. Der Erfolg führte zu einem Nachfolger: dem Minicontainer, der Schulen und Jugendliche sensibilisiert.
Die Idee hinter dem Fluchtcontainer
Jorn van Rij setzt sich seit Jahren für die Sensibilisierung für Menschenhandel ein. In den Niederlanden und im Ausland initiiert er Präventionsprojekte, um Opfer zu sensibilisieren und Fachkräfte auszubilden. Im Mittelpunkt steht dabei evidenzbasierte und nachrichtendienstliche Arbeit: aktives Sammeln, Analysieren und Umsetzen von Signalen in neue Forschungsergebnisse.
Er bekleidet zudem mehrere gesellschaftliche und wissenschaftliche Positionen. Als Ausschussmitglied bearbeitet er Fälle von Menschenhandel im Rahmen des Entschädigungsausschusses für Gewaltverbrechen. Präventionsprogramme werden von der Reshape Foundation entwickelt und umgesetzt, deren Co-Direktor er ist. Als Professor für Menschenhandel an der Universität Pécs forscht er zur sexuellen Ausbeutung – einer der vielen Formen des Menschenhandels.
Menschenhandel ist ein komplexes und oft verstecktes Problem, bei dem sich die Opfer nicht immer als solche erkennen. Um dies sichtbar zu machen, entstand die Idee, einen Escape Room zu entwickeln. Nicht in einem Standardraum, sondern in einem Container: robust, tragbar und flexibel.
Ein Fluchtwagen wurde zuvor in Ungarn und Moldawien getestet. Die Reaktionen waren positiv, aber es bestand Bedarf an etwas Größerem, Nachhaltigerem und Professionellerem. Daher entschied man sich für einen Container. Und so landete Jorn beim RCC.
Der Container
Der Fluchtcontainer besteht aus mehreren Räumen.
Im ersten Raum hören Sie die Geschichte des Opfers und erfahren mehr über seine Schwachstellen. Im nächsten Raum erfahren Sie den nächsten Teil der Geschichte und erfahren mehr über die Vorgehensweise der Kriminellen: wie sie das Opfer verführt, rekrutiert oder gezwungen haben. Abschließend erfahren Sie mehr über die kurz- und langfristigen Folgen der Viktimisierung.
Und der Haken: Den Escape Room kannst du nicht alleine lösen. Du brauchst immer Hilfe, genau wie Opfer. Erst dann erhältst du den Code und das eigentliche Gespräch mit Profis beginnt.
Alles ist real und jedes Detail, vom Geruch bis zum Geräusch, wurde angepasst, um das Erlebnis lebensecht zu machen.


Die Zusammenarbeit mit RCC
Bei solchen Projekten ist individuelle Anpassung entscheidend. Vom ersten Treffen an haben wir uns gut verstanden. Jorn brachte das technische Know-how und die Vision mit, während wir bei RCC die technische Umsetzung übernahmen und mögliche Lösungen erarbeiteten. So konnten wir gemeinsam unsere Ideen in ein konkretes Design umsetzen.
Der Container musste viele Anforderungen erfüllen:
- Multifunktional: Geeignet für verschiedene Formen der Ausbeutung (sexuelle, kriminelle und Arbeitsausbeutung), für verschiedene Zielgruppen und leicht zu transportieren.
- Sicher: vollisoliert, ausgestattet mit Brandschutztüren, Feuerlöschanlagen, Kameras, CO₂-Meldern und eigenem Generator.
- Realistisch: Ein Erlebnis mit Duft, Ton, Temperatur und Farbe, sodass sich die Besucher wirklich in die Situation eines Opfers hineinversetzen können.
Die Ergebnisse und die Reichweite
Der Container ist seit drei Jahren in den Niederlanden und Europa unterwegs und erreicht Tausende von Besuchern. In Ländern wie Polen ist die Nachfrage so groß, dass er regelmäßig mehrmals im Jahr eingesetzt wird. Innerhalb kurzer Zeit kann der Container Dutzende von Städten mit Hunderten von Besuchern pro Tag besuchen – oft ganze Schulklassen auf einmal. In Kombination mit Kampagnen und Online-Aufmerksamkeit erreicht dieses Projekt mittlerweile Hunderttausende von Menschen. Es gibt sogar eine Warteliste für den Container. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht; Ziel ist es, den Container weitere zehn Jahre zu nutzen, um auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen.
Der Mini-Container: Bewusstsein und Lernen im Klassenzimmer
Der große Fluchtcontainer ist nicht für alle Zielgruppen geeignet. Deshalb wurde nun speziell für Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren ein Mini-Container entwickelt. Dieser kompakte Container kann im Klassenzimmer aufgestellt werden und enthält interaktive Spiele. So lernen die Jugendlichen spielerisch die Risiken und Anzeichen von Menschenhandel kennen. Die Spiele demonstrieren, wie Verführung und Täuschung in der Praxis funktionieren, oft in Chat-Gesprächen oder Online-Interaktionen. Die Schüler treffen Entscheidungen, und selbst wenn sich diese als „falsch“ herausstellen, lernen sie durch Wiederholung zu erkennen, was passiert. So erhalten sie spielerisch Einblicke in die Realität des Menschenhandels.
Ziel ist es, dieses Konzept in den Niederlanden und in Europa weiter auszurollen.

Die Rolle des RCC
Für RCC ist dieses Projekt mehr als nur ein Modifikationsprojekt. Es ist eine Zusammenarbeit, bei der wir unsere Erfahrungen mit Containerlösungen für ein soziales Anliegen einsetzen. Indem wir aufmerksam zuhören und Ideen einbringen, setzen wir alle Ideen in praktische und sichere Implementierungen um.
Unser Kunde sagt es selbst: Die Zusammenarbeit funktioniert, weil wir uns gegenseitig stärken. Durch die Kombination von Ideen und technischem Know-how entsteht etwas Neues. Dieses Projekt zeigt, wie vielseitig Container sind – ein Container kann alles sein, sogar ein Mittel, eine wichtige Geschichte zu erzählen.
Die Möglichkeiten mit einem Container sind endlos. Wir bei RCC glauben, dass jede Idee realisierbar ist. Wir brainstormen, beraten und bauen, genau wie bei diesem Projekt.
„Keine Grenzen, nur Container“











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